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Die Bestattungskultur ist in stetem Wandel – was das für unsere Region, für die „Pietät“ Rehau und auch ganz konkret für Sie bedeutet, darüber informieren wir Sie hier in regelmäßigen Abständen! Für tagesaktuelle Einblicke in unseren Alltag, besuchen Sie gerne auch unsere Facebook-Seite!

Im Umgang mit Trauernden herrscht oft große Unsicherheit: Was soll man sagen? Darf man fragen, wie es der trauernden Person geht? Oder sollte man das Thema lieber meiden? Und was ist zu tun, wenn von dem Verstorbenen erzählt wird? Eine Hilfestellung.

„Herzliches Beileid“ als Ausdruck offener Anteilnahme – oder wie kann man sonst seine Betroffenheit zum Ausdruck bringen? Das ist in der Tat nicht einfach, denn sein Beileid bekunden erfordert auch immer Feingefühl.

Wenn ein Bekannter, Verwandter oder Freund um jemanden trauert, wissen viele Menschen nicht, wie sie mit dem Trauernden umgehen sollen. Was tun und was äußern? Manche Menschen sind so sehr verunsichert, dass sie lieber gar nichts sagen oder der betroffenen Person einfach aus dem Weg gehen – nicht etwa aus Bosheit, sondern häufig vielmehr aus Hilflosigkeit und der Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu tun.

Natürlich gibt es keine Patentlösung für DIE richtigen Worte oder DAS richtige Verhalten. Doch es gibt einige Dinge, die es besser zu vermeiden gilt und einiges, was stattdessen sinnvoll ist:

Die passenden Worte finden und Unterstützung anbieten

Insbesondere bei der ersten Begegnung mit Trauernden kann es schwer fallen, die richtigen Worte zu finden. Wenn Sie unsicher sind und nicht wissen, wie Sie ihre Anteilnahme ausdrücken sollen, dann können Sie genau das auch sagen. Allerdings sollten Sie Floskeln wie „Die Zeit heilt alle Wunden“, „Du muss jetzt stark sein“ oder „Ich weiß genau, wie es Dir jetzt geht“ lieber vermeiden. Hilfreicher sind ehrlich gemeinte Sätze wie: „Sein Tod geht mir auch sehr nahe. Ich möchte Dir gerne helfen, weiß aber nicht wie. Sag mir, was ich für Dich tun kann“. Auch wenn Ihre Worte nicht perfekt sind, wird Ihre aufrichtige Anteilnahme ankommen.

Trauernde brauchen gerade Menschen, die aushalten können, dass sie traurig sind und ihnen auch das Gefühl geben, dass sie traurig sein dürfen. Bedauert zu werden vermittelt niemanden ein gutes Gefühl und wirkt eher „klein machend“ anstatt zu stärken. Statt zu bemitleiden, ist es daher sinnvoll, lieber Mitgefühl zu zeigen und seine Unterstützung anzubieten. Überlegen Sie, was Ihr Freund, Verwandter oder Bekannter sonst gerne tut. Trauernde sind oftmals erleichtert, wenn Sie vorschlagen, gemeinsam etwas zu unternehmen.

Manchmal sind Trauernde auch wie gelähmt und zeitweise nicht in der Lage, die simpelsten Dinge zu regeln. Sie können dann Ihre praktische Hilfe anbieten: Schlagen Sie vor, etwas zusammen anzugehen oder erklären Sie sich bereit, den Papierkram zu erledigen oder den Hund auszuführen. Manchmal sind auch schon viel elementarere Dinge hilfreich – den Einkauf besorgen, etwas Kochen oder einen gemeinsamen Spaziergang an der frischen Luft unternehmen.

Bewusstes Erinnern und Kontakt halten

Auch wenn es Außenstehende zuweilen verunsichert – Trauernde möchten häufig von ihrem geliebten Menschen erzählen. Trauer braucht ihren Platz und das eben auch in der Sprache. Daher tut es vielen Betroffenen gut, wenn andere sich offen zeigen und von ihren eigenen Erinnerungen an den Verstorbenen erzählen. Solche persönlichen Geschichten, Fotos, Videos oder auch alle anderen denkbaren Erinnerungsstücke sind für Trauernde ein wertvoller Erinnerungsschatz – und das oft das ganze Leben lang. Daher tut es gut zu wissen, wie sehr auch andere den Verstorbenen geschätzt haben und was sie mit ihm erleben durften.

Aufrichtige Anteilnahme und herzliche Fürsorge sollte nach der Beisetzung nicht enden. Halten Sie Kontakt zu Ihrem betroffenen Freund oder Bekannten. Fragen Sie vorsichtig nach, wenn Sie länger nichts von ihm gehört haben, verabreden Sie sich zu einem Treffen oder schreiben Sie eine nette E-Mail oder schöne Karte zu bestimmten Anlässen.

Trauer ist schwerste körperliche und seelische Arbeit. Den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen auszuhalten ist ungemein kräftezehrend und erschöpfend. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Ihre Einladung nicht gleich angenommen wird. Haben Sie etwas Geduld mit Ihrem Gegenüber. Zuweilen braucht es etwas Zeit, bis der Trauernde sich nach außen hin öffnet. Nehmen Sie Absagen also nicht persönlich.

Natürlich sind alle Menschen unterschiedlich in ihren Reaktionen und in ihrem Erleben von Trauer. Auch existieren die verschiedensten Mittel und Wege Trauer zu bewältigen. Jeder Trauernde muss jedoch seinen eigenen Weg gehen und vielleicht auch erst herausfinden, was ihm gut tut. Und das erfordert immer etwas Zeit und vor allem Geduld.

Wenn Sie absolut nicht sicher sind, was Sie sagen können oder ob sie das Richtige tun – dann fragen Sie den Betreffenden doch einfach mal. Er wird ihnen antworten und sagen, was er empfindet und benötigt.

Stephanie Tamm

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Pixabay

Wie ist das eigentlich mit der Bestattungsvorsorge? Kann ich ganz genau festlegen und alles rund um meinen eigenen Abschied selbst bestimmen? Das können Sie! Ihre Möglichkeiten sind so kunterbunt wie das Leben – und doch wissen noch zu wenige davon …

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Bestattungsvorsorge hören? Oder Trauerfallvorsorge? Vielleicht denken Sie: „Welch lange und schwierige Wörter!“ Sie stehen mitten im Leben – finden Sie es daher befremdlich, sich mit Tod und Bestattung zu befassen? Oder haben Sie schon das eine oder andere Mal daran gedacht, wie Ihre Bestattung wohl ablaufen wird, die Gedanken dazu aber immer wieder verworfen?

All das ist völlig verständlich. Doch auch Grund genug, Ihnen eines mit auf den Weg zu geben: Bestattungsvorsorge kann so simpel sein und insbesondere Ihnen selbst das richtig gutes Gefühl geben, alles in Ihrem Sinne geregelt zu haben.

Was passt zu mir? Seien Sie kreativ und entwickeln Sie ein paar frische Ideen

Bestattungsvorsorge ist so viel mehr als die bloße Entscheidung darüber, ob Sie in einem Sarg auf dem lokalen Friedhof oder in einer Urne in dem bekannten Bestattungswald beigesetzt werden wollen. Es geht natürlich auch um Erd- oder Feuerbestattung. Vor allem können Sie selbst zum Gestalter Ihres eigenen Abschieds werden und sogar die Stimmung für Ihre Trauerfeier mitbestimmen.

Lassen Sie uns ruhig mal ein paar spannende Fragen aufwerfen: Wie soll die Trauerfeier ablaufen? Sie wollen auf gar keinen Fall, dass Verwandte und Freunde alle in schwarzer Kleidung mit traurigen Gesichtern den Worten eines Pfarrers folgen? Und Sie wollen absolut vermeiden, dass der eine oder andere sich extra noch eine neue schwarze Jacke kauft, nur damit er der Trauer-Etikette entspricht?

Gut! Dann legen Sie doch fest, dass die Trauergäste in den Trikotfarben Ihres Fußballvereins kommen sollen. Dass ein weltlicher Trauerredner nicht einfach Ihren Lebenslauf nacherzählt, sondern über Ihr gelebtes Lebensmotto spricht und über Ihr Talent, die Gulaschkanone und den Weihnachtspunsch für die ganze Dorfgemeinde vorzüglich zuzubereiten. Bestimmen Sie, dass Ihr Abschied nicht traurig sein soll, sondern stattdessen eine schöne Erinnerung daran, das Leben in vollen Zügen zu genießen, Spaß zu haben und viel Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem guttun und die man liebt.

Genau so, wie es Ihnen gefällt!

Finden Sie Traueranzeigen deprimierend, in denen die ewig gleichen Trauersprüche oder Bibelverse zu lesen sind? Möchten Sie den Menschen, die auf Ihren Grabstein oder Ihre Urnenplatte schauen, etwas Bedeutendes mit auf den Weg geben? Dann schreiben Sie Ihre Traueranzeige und Ihre Grabinschrift selbst. Finden Sie eigene Worte, mit denen Sie sich identifizieren und die Ihrer Nachwelt etwas mit auf den Weg geben.

Möchten Sie unbedingt die geliebten gelben Lilien als Blumenschmuck, die Sie in Ihrem Garten jedes Jahr genüsslich blühen sehen? Dann wünschen Sie sich doch genau das und bestimmen Sie, dass Ihre Lieblingsblumen Ihren Abschied verschönern. Oder finden Sie, dass das goldene Medaillon, das Ihre Urgroßmutter Ihnen vererbt hat, unbedingt mit auf Ihre letzte Reise gehen soll? Oder doch eher Ihr lederner Kniffelbecher, als Symbol für die vielen Spieleabende, die Sie lachend und freudig mit der Familie verbrachten? Auch das können Sie in Ihrer Trauerfall-Vorsorge festlegen.

Weniger ist mehr?

Diese Ideen sind Ihnen alle viel zu bunt und ausgefallen? Sie möchten eigentlich nur im Doppelgrab beigesetzt werden, in dem bereits Ihre verstorbene Frau bestattet wurde? Und Sie wollen das Geld für Ihre Bestattung bereits hinterlegen, damit Ihre beiden Kinder nicht finanziell belastet werden? Schöne Idee! Halten Sie in Ihrem Bestattungsvorsorge-Vertrag Ihre Vorstellungen und Wünsche fest und hinterlegen Sie das Geld für Ihre Beisetzung beispielsweise auf einem Treuhandkonto.

Sprechen Sie mit dem Bestatter Ihres Vertrauens und seien Sie mutig, Ihre Wünsche wirklich zu äußern. Selbst wenn Sie nicht wissen, wie Sie Ihre Vorstellungen zum Ausdruck bringen sollen, geschweige denn zu Papier – gerade dann wird Ihr Bestatter Sie ausführlich zu Ihren Möglichkeiten beraten. Und er kennt die Mittel und Wege, Ihre Anliegen zu Ihrer vollsten Zufriedenheit umzusetzen.

Wie Sie den richtigen Bestatter finden?

Jetzt fragen Sie sich natürlich, wie Sie denn den Bestatter Ihres Vertrauens finden? Auch das ist kein Hexenwerk. Einen „guten“ Bestatter erkennen Sie beispielsweise an seiner Qualifikation oder an einer aussagekräftigen Website, die klar macht, wofür das Unternehmen steht und welche genauen Leistungen angeboten werden. Ein seriöser Bestatter arbeitet aber allen voran immer transparent und ist Ihnen gegenüber aufgeschlossen. Er hört Ihnen zu, berät Sie ausführlich zu Ihren Möglichkeiten und erstellt Ihnen entsprechend einen aussagekräftigen Kostenvoranschlag. Zudem sollte Ihnen immer freistehen, Angebote zu vergleichen oder sich noch einmal umzuentscheiden.

Am Ende geht es bei der Bestattungsvorsorge immer um Ihr eigenes Gefühl. Tun Sie das, was zu Ihnen passt, was Ihnen und Ihren Lieben guttut. Und lassen Sie sich nicht verunsichern durch vermeintliche Konventionen oder dem Gedanken, dass „man“ etwas so machen müsse.

Stephanie Tamm

Der Tod eines nahestehenden Menschen gehört zu den ergreifendsten Erfahrungen im Leben eines Kindes. Wie kann man einem Kind in solch einer Situation begegnen? Mit welchen Worten den Tod erklären? Eine Hilfestellung, wie man Kinder unterstützen kann.

Was machen die da mit dem Opa? Wo geht Opa denn nun hin? Und wieso kann Opa mir denn keine Geschichte mehr vorlesen? Kindern fällt es manchmal sehr schwer, die „Welt der Großen“ nachzuvollziehen. So einschneidende Veränderungen wie der Verlust des geliebten Großvaters können viele Fragen aufwerfen und die Erwachsenen vor die Herausforderung stellen, Antworten finden zu müssen.

Das Verständnis vom Tod – eine Frage des Alters

Zunächst ist es wichtig, sich klar zu machen, dass Kinder Tod und Trauer anders erleben als Erwachsene. Je nach Altersstufe gehen sie sehr unterschiedlich damit um – was zuweilen verunsichern und irritieren kann. Damit stellt sich natürlich die Frage: Ab welchem Alter kann ein Kind denn überhaupt begreifen, dass das Leben endlich ist?

Hierauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Allerdings lassen sich folgende Zeitmarker ausmachen – natürlich immer in Abhängigkeit vom individuellen Entwicklungstand des Kindes: Bis etwa drei Jahre haben Kinder noch gar kein Verständnis davon, was der Tod bedeutet. Ab dem späten Kindergarten- und frühen Vorschulalter beginnt meist ein natürliches Interesse am Tod und die Kinder fangen an, eine Vorstellung davon zu entwickeln. Allerdings werden Tod und Schlaf hier meist noch gleichgesetzt, was häufig mit dem Glauben einhergeht, dass der Tod zwar existiert, sie selbst und die engsten Bezugspersonen jedoch nicht davon betroffen sind. Erst ab dem (fortgeschrittenen) Grundschulalter entwickeln Kinder ein Verständnis für den Tod und können dann z. B. auch verschiedene Todesursachen oder ihre eigenen Vorstellungen vom Tod benennen.

Den Tod erklären

Grundsätzlich gilt: Kinder brauchen klare Informationen und haben das Recht, zu erfahren, was wirklich geschehen ist. Sie haben ein beeindruckendes Gespür dafür, wann Erwachsene ihnen etwas verheimlichen oder unzureichende Antworten geben – selbst wenn sie es noch gar nicht so benennen können. Das Alter von etwa vier bis sechs Jahren ist eine günstige Zeit, sich dem Thema zu nähern: Ein Kinderbuch wie „Was ist das, fragt der Frosch“ oder „Leb wohl, lieber Dachs“ sind mögliche Herangehensweisen, den Tod zur Sprache zu bringen. Hilfreich ist aber auch der Vergleich mit den vergehenden Jahreszeiten von Frühjahr bis Winter oder die nicht mehr gegebenen Körperfunktionen (z. B. Herzschlag, Atmung oder Motorik). Geeignete Momente, um Kindern den Tod zu erklären sind zudem eine selbst gestaltete Beerdigung eines gefundenen toten Tieres oder auch des eigenen Haustieres. Wenn dies kind- und altersgerecht erfolgt, macht es den Kindern auch keine Angst.

Beschönigungen oder Umschreibungen wie „Der Opa ist eingeschlafen“ oder „Er ist von uns gegangen“ sollten Sie vermeiden, da sie ganz leicht missverstanden werden können. Stattdessen sollten Sie ankündigen, dass Sie etwas sehr Trauriges zu sagen haben und kurz und knapp erklären: „Dein Opa Helmut ist tot. Er kann Dir keine Geschichten mehr vorlesen.“ So eine Botschaft übermitteln Sie einem Kind am besten an einem Ort und in einer Situation, in der Sie ungestört sind. Mit kurzen, klaren Aussagen erklären Sie den Tod: „Tot sein bedeutet, dass Opas Herz nicht mehr schlägt und er auch nicht mehr atmet. Opa bewegt sich auch nicht mehr, wenn du ihn berührst.“

Je nachdem wie das Kind reagiert sollten Sie nach einer kurzen Pause mit wenigen Worten auch mitteilen, wie es Ihnen selbst mit dem Verlust geht und vor allem was Sie dabei fühlen: „Ich bin sehr sehr traurig darüber, dass Opa gestorben ist und ich habe deshalb auch schon geweint.“ Betroffenheit, Traurigkeit oder eine Aussage wie „Ich selbst kann es noch gar nicht glauben“ oder „Ich werde Opa Helmut sehr vermissen“ dürfen und sollen Kinder erfahren.

Für den einen oder anderen mag das alles ungewohnt klingen. Doch Kinder können viel besser mit klaren und wahren Worten umgehen, als vielfach angenommen. Es schadet ihnen viel eher, wenn sie herausfinden, dass Erwachsene Ihnen gegenüber versuchen, die Wirklichkeit zu verschleiern oder zu verbergen. Natürlich macht der Verlust des Opas einem Kind oftmals Angst. Es dann noch spüren zu lassen, dass Sie ihm nicht die Wahrheit erzählen, lässt es im schlimmsten Fall noch ängstlicher und unsicherer werden.

Die Trauer kommt in Wellen

Ein plötzlicher Wechsel von Traurigkeit zu Aktivität, Spiel und Spaß. Sprunghaftigkeit und wechselnde Gefühlslagen – all das ist denkbar. Kinder trauern nicht in Phasen, sondern in Wellen. Sie brauchen immer mal wieder Ablenkung von ihren verschiedenen Trauergefühlen und verhalten sich völlig normal, wenn sie sich ambivalent zeigen.

Für Erwachsene kann dies irritierend sein und manchmal auch so wirken, als sei der Tod des Opas bereits gut verarbeitet oder als würde das Kind gar nicht trauern. Damit lassen Sie sich schnell täuschen. Wichtig ist, einem Kind seinen Freiraum zu lassen und es nicht dafür zu kritisieren, wie es sich nach außen hin verhält.

„Aktive“ Trauer-Rituale

Schwarz gekleidete Menschen, ernste Gesichter, düstere Stimmung. Und die Frage: „Möchtest Du Dich noch einmal von Deinem Opa verabschieden?“ Dies ist insbesondere für jüngere Kinder viel zu abstrakt. Zudem kann es stark verunsichern und ein Gefühl von Hilflosigkeit auslösen. Deshalb ist gerade für Kinder wichtig, dass sie früh mit einbezogen werden, etwas aktiv tun dürfen und an Trauer-Ritualen teilhaben:

Auf den Besuch in der Kirche oder Abschiedshalle sollten Kinder unbedingt vorbereitet werden. Dabei ist es sinnvoll, sich den entsprechenden Ort zuvor anzusehen und zu klären, wie die Trauerfeierlichkeiten ablaufen werden. Was wird dort geschehen? Wer wird dort sprechen und wer sitzt bei wem? Zudem ist es notwendig, dass das Kind den Ort jederzeit wieder verlassen kann, wenn es das möchte. Außerdem ist es bedeutend, ein Kind von einer Vertrauensperson begleiten zu lassen, die selbst nicht so stark von der Trauer betroffen ist und sich ganz auf die Bedürfnisse des Kindes einlassen kann.

Auch die persönliche Abschiednahme ist für Kinder ein guter Weg, den Tod begreifen zu können. So hilft insbesondere das „Greifen“, also das Berühren des Verstorbenen – solange es aus einem eigenen Impuls entsteht. Manche Kinder wissen nicht, ob sie den Verstorbenen überhaupt anfassen dürfen. Sie sollten unbedingt dazu ermutigt werden, das tun zu dürfen. Wertvoll ist es auch, etwas Persönliches mit in den Sarg oder zur aufgebarten Urne legen zu können: beispielsweise ein selbstgemaltes Bild, ein gebasteltes Geschenk, ein kleiner Brief oder eine eigens gepflückte Blume.

Viele „aktive“ Trauer-Rituale können auch zu Hause stattfinden. Sie können zum Beispiel gemeinsam eine Kerze in Gedenken an den verstorbenen Opa entzünden, Opas Lieblingskuchen backen, Fotos in ein Album kleben oder Erinnerungsstücke in einer kleinen Kiste sammeln, die das Kind jederzeit wieder hervorholen kann, wenn ihm danach ist. Seien Sie hier ruhig kreativ und offen – im besten Fall entwickelt das Kind auch eigene Ideen.

Unterstützung und Hilfe

Trauergefühle sind Ausdruck einer seelischen Verletzung und eine normale Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen. Insbesondere Kindern sollten Sie das Gefühl geben, dass es normal und völlig in Ordnung ist, wenn sie traurig sind. Neben einem stabilen sozialen Umfeld, das Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, sollten Sie immer wieder aktiv werden: gemeinsame Ausflüge, Spaziergänge in der Natur, Spielen bei Freunden oder Unternehmungen mit Verwandten. Aktivitäten tun Kindern gut und schaffen zudem die zeitweise notwendige Distanz zum Trauerort – der meist das Zuhause ist.

Manchmal ist es erforderlich, professionelle Hilfe hinzuzuziehen. Gerade wenn es sich um einen plötzlichen Todesfall, um dramatische Todesumstände oder um eine angespannte familiäre Situation handelt, ist dies dringend zu empfehlen. Genauso sollten anhaltende oder sogar zunehmende Symptome wie z. B. deutliche Verhaltensänderung, Verlust der Lebensfreude oder sozialer Rückzug immer als mögliche Warnzeichen ernstgenommen werden, dass das Kind unter der gegebenen Situation leidet.

Auch für Erziehungsberechtigte kann es sinnvoll sein, sich fachlichen Rat zu holen oder sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Der Kinder- oder Hausarzt wie auch der Bestatter des Vertrauens vermitteln entsprechende Stellen und regionale Hospizvereine sowie Hilfsorganisationen bieten häufig auch nicht-therapeutische Trauergruppen oder Trauerbegleitung speziell für Kinder oder trauernde Familien an.

Kinder können einen Verlust und die damit verbundene Trauer meist gut verarbeiten, wenn Sie ihnen empathisch und liebevoll begegnen, sie kindgerecht begleiten und ihnen Hilfe anbieten. Auch in der Trauer gehen sie ihre ganz eigenen Wege – vorausgesetzt wir lassen sie und schenken Ihnen ausreichend Aufmerksamkeit, Verständnis, Geduld und Zeit. Zudem haben sie – im Gegensatz zu den meisten Erwachsenen – häufig ein viel feineres Gefühl dafür, zu erkennen, was gut für sie ist und was nicht. Darin können und sollten wir viel von ihnen lernen.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

Quellen:

www.novitas-bkk.de/kinderseeleinnot/
www.oliverjunker.de
www.kindertrauer.info
www.kindertrauer-akademie.de